„In dieser Welt sind nur der Tod und die Steuern sicher.“
— Benjamin Franklin
Als Freiberufler in Deutschland begegnet man vielen steuerlichen Herausforderungen. Es ist wichtig, die *steuerlichen Pflichten* gut zu verstehen. Dazu zählen die *Einkommensteuer*, *Umsatzsteuer* und eventuell die *Gewerbesteuer*. Gute Planung und professionelle *Steuerberatung* helfen, alles richtig zu machen.
Freiberufler genießen gewisse Vorteile in Deutschland. Sie müssen keine *Gewerbesteuer* zahlen und sich nicht bei der Gewerbeaufsicht anmelden. Zudem ist die Mitgliedschaft in einer *Handelskammer* optional. Trotzdem ist es nötig, die *Tätigkeit beim Finanzamt anzumelden* und eine *Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR)* vorzulegen. Weitere Infos gibt es hier: Einzelunternehmen: Rechtsform, Vorteile und Fakten.
Wichtige Erkenntnisse
- Freiberufler sind von der Pflicht zur *Gewerbesteuer* befreit.
- Mitgliedschaft in einer Handelskammer ist freiwillig.
- Freiberufler müssen lediglich die Tätigkeit beim Finanzamt anmelden.
- Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) reicht als Steuererklärung für Freiberufler aus.
- Vorsteuer kann von der Umsatzsteuer abgezogen werden.
Definition und Abgrenzung von Freiberuflern
Was bedeutet eigentlich Freiberuflichkeit? Schauen wir uns die Definition in Deutschland an. Nach § 18 Einkommensteuergesetz (EStG) zählen zu Freiberuflern Menschen in Berufen wie Rechtsanwälte, Ärzte oder Journalisten. Sie machen wissenschaftliche, künstlerische oder beratende Arbeit. Nicht alle freiberuflichen Berufe sind im Gesetz aufgezählt, aber es gibt viele Beispiele.
Was versteht man unter Freiberuflichkeit?
Freiberufler arbeiten selbstständig und brauchen oft eine besondere Qualifikation. Ihre Arbeit kann wissenschaftlich, künstlerisch oder in der Bildung sein. Anders als Gewerbetreibende, müssen sie kein Gewerbe anmelden und zahlen keine Gewerbesteuer.
Anfang 2023 gab es in Deutschland über 1,4 Millionen Freiberufler. Ihre Zahl hat sich seit 1999 mehr als verdoppelt. Sie sind in Bereiche wie Technik, Kultur, Beratung und Gesundheitswesen unterteilt.
Unterschiede zu anderen Unternehmensformen
Freiberufler und Gewerbetreibende unterscheiden sich deutlich. Gewerbetreibende müssen ein Gewerbe anmelden und Gewerbesteuer zahlen. Freiberufler nutzen eine einfachere Form der Buchhaltung und sind davon befreit.
Laut Europäischem Gerichtshof haben freie Berufe meist mit Denkarbeit und hoher Qualifikation zu tun. Dadurch müssen viele Freiberufler keine Gewerbesteuer zahlen. EDV-Berater könnten freiberuflich sein, wenn ihre Arbeit ingenieurähnlich ist. Fahrschullehrer gelten in manchen Fällen auch als Freiberufler.
Einkommensteuer für Freiberufler
Wenn du in Deutschland als Freiberufler arbeitest, musst du die Einkommensteuer genau kennen. Diese Steuer betrifft alles, von deinem Einkommen bis zu den Kosten, die du absetzen kannst.
Ermittlung des zu versteuernden Einkommens
Um dein zu versteuerndes Einkommen zu finden, rechnest du alle Einnahmen gegen die Kosten. Zu diesen Kosten gehören zum Beispiel das Homeoffice, berufliche Weiterbildung und deine Fahrzeugkosten, wenn du das Fahrzeug hauptsächlich für die Arbeit nutzt.
Es gibt einen Grundfreibetrag, der dein Einkommen bis zu einem bestimmten Betrag steuerfrei lässt. Für Alleinstehende liegt dieser Betrag bei 10.908 Euro pro Jahr. Für Paare, die zusammen veranlagt werden, sind es 21.816 Euro.
Steuersätze und Fortschreibung
In Deutschland steigen die Steuern mit deinem Einkommen. Sie beginnen bei 14% und können auf bis zu 45% steigen. Bei einem Jahrenseinkommen von 12.000 Euro zahlst du etwa 56 Euro Steuern. Bei 100.000 Euro sind es schon etwa 25.200 Euro.
Die Steuervorauszahlungen musst du viermal im Jahr machen. Die Termine sind der 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember. Ab 400 Euro Steuerschuld bekommst du einen Vorauszahlungsbescheid.
Steuerliche Absetzbarkeit von Betriebsausgaben
Um weniger Steuern zu zahlen, solltest du alle möglichen Betriebsausgaben absetzen. Dazu gehören zum Beispiel:
- Bürokosten
- Fortbildungskosten
- Fahrzeugkosten (wenn hauptsächlich für die Arbeit genutzt)
Es gibt Steuertipps, die dir helfen können, dein Einkommen optimal zu gestalten. Für mehr Informationen, schau mal auf dieser Webseite vorbei.
Umsatzsteuer und Freiberufler
Freiberufler müssen Umsatzsteuer zahlen, wenn sie mehr als 22.000 Euro im Vorjahr verdient haben. Wenn sie dieses Jahr voraussichtlich über 50.000 Euro verdienen, gilt das auch. Sie müssen monatliche Voranmeldungen machen, wenn sie letztes Jahr mehr als 7.500 Euro Umsatzsteuer hatten. Diese Anmeldungen sind bis zum 10. des nächsten Monats fällig.
Umsatzsteuerpflichtige Tätigkeiten
Freiberufler müssen auf berufliche Einnahmen Umsatzsteuer zahlen, falls sie bestimmte Grenzen überschreiten. Das umfasst Dienstleistungen und Warenverkäufe.
Kleinunternehmerregelung
Die Kleinunternehmerregelung hilft, wenn Freiberufler weniger als 22.000 Euro im Vorjahr verdient haben. Diese Regelung befreit sie von der Umsatzsteuer, solange sie nicht mehr als 50.000 Euro dieses Jahr verdienen. Sie müssen trotzdem jedes Jahr eine Umsatzsteuererklärung abgeben, selbst wenn keine Umsatzsteuer berechnet wurde. Mehr Informationen gibt es hier.
Vorsteuerabzug
Freiberufler, die Umsatzsteuer zahlen müssen, können oft Vorsteuer abziehen. Das bedeutet, sie können die Umsatzsteuer, die sie für Geschäftseinkäufe gezahlt haben, von ihrer eigenen Umsatzsteuer abziehen. Das verringert ihre Steuerlast. Für den Abzug müssen ihre Rechnungen aber korrekt sein und alle nötigen Angaben enthalten.
Gewerbesteuer und Freiberufler
In Deutschland müssen Freiberufler keine Gewerbesteuer zahlen, wenn sie rein freiberuflich arbeiten. Diese Regel hilft ihnen, Steuern zu sparen. Zu den Freiberuflern gehören Ärzte, Anwälte, und Steuerberater. Das Einkommenssteuergesetz listet diese unter den sogenannten „Katalogberufen“.
Erklärung der Gewerbesteuer
Die Gewerbesteuer betrifft Firmen, die Handel treiben. Einzelunternehmer, zum Beispiel, waren bis zu einem Einkommen von 9.000 Euro im Jahr 2018 steuerfrei. Freiberufler müssen sich um diese Steuer keine Sorgen machen, wenn sie nur freiberufliche Dienste anbieten. Das heißt, sie brauchen keinen Gewerbeschein und müssen kein Gewerbe anmelden.
Freiberufler und die Befreiung von der Gewerbesteuer
Freiberufler haben einen Vorteil: Sie müssen keine Gewerbesteuer zahlen, wenn ihre Arbeit rein freiberuflich ist. Sie berechnen ihren Gewinn einfach über die Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR). Auch müssen sie keine Bilanz erstellen. Doch sollten sie nicht vergessen, das Formular zur steuerlichen Erfassung frühzeitig beim Finanzamt abzugeben.
Wichtig ist auch die Kleinunternehmerregelung. Sie gilt, wenn der Umsatz im letzten Jahr unter 22.000 Euro war und dieses Jahr voraussichtlich unter 50.000 Euro bleibt.
Wer sowohl freiberuflich als auch gewerblich arbeitet, muss genau aufpassen. Der freiberufliche Teil sollte überwiegen, um steuerliche Vorteile nicht zu verlieren. Die Buchführung muss klar trennen zwischen freiberuflichen und gewerblichen Einkünften. Andernfalls könnte das Finanzamt die Person als Gewerbetreibenden einstufen. Das würde bedeuten, nachträglich Gewerbesteuer zahlen zu müssen.
Faktor | Freiberufler | Gewerbetreibender |
---|---|---|
Steuerliche Erfassung | Fragebogen innerhalb von 4 Wochen einreichen | Gewerbeanmeldung erforderlich |
Steuerpflicht | Keine Gewerbesteuer | Gewerbesteuerpflichtig |
Kleinunternehmerregelung | Umsatz | Kleinunternehmerregelung möglich |
Buchführung | Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) | Bilanzierungspflicht |
Pflichten zur Buchführung und Aufzeichnung
Freiberufler in Deutschland müssen viele Buchführungsregeln beachten. Sie starten mit ihrer Buchführung, wenn sie ihre Arbeit aufnehmen. Entweder als Ist-Kaufmann oder durch Eintragung als Kann-Kaufmann ins Handelsregister. Die Pflichten hören auf, wenn an zwei Abschlussstichtagen in Folge bestimmte Kriterien unterschritten werden.
Einnahmenüberschussrechnung (EÜR)
Eine einfache Option ist die Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) für Freiberufler. Sie passt für diejenigen, die weniger als 600.000 EUR Umsatz und 60.000 EUR Gewinn machen. Mit der EÜR zeichnet man nur Einnahmen und Ausgaben auf.
Pflicht zur Aufbewahrung von Belegen
Es gibt auch Regeln für das Aufbewahren von Belegen. Buchführungsunterlagen müssen zehn Jahre lang gehalten werden. Dazu zählen Rechnungen, Verträge und Inventarlisten. Andere Dokumente wie Lieferscheine und wichtige E-Mails bewahrt man sechs Jahre auf.
Digitale Buchführungsmöglichkeiten
Digitale Buchführung wird immer wichtiger und bringt Vorteile für Freiberufler. Digitales Buchhalten spart Zeit und hilft, Fehler zu vermeiden. Es erleichtert die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften. Zudem können durch digitale Buchführung Geldstrafen vermieden werden.
Sozialversicherungsbeiträge für Freiberufler
Freiberufler in Deutschland müssen sich mit Sozialversicherungen beschäftigen. Diese bieten wichtigen Schutz für ihre Finanzen und Gesundheit.
Krankenversicherungspflicht und Optionen
Die Krankenversicherung ist sehr wichtig für Freiberufler. Es gibt die gesetzliche und private Versicherungen. Die Entscheidung hängt von deren Bedürfnissen und Einkommen ab.
Die gesetzliche Krankenversicherung bietet feste Leistungen. Private Versicherungen haben individuelle Pakete, können aber teurer sein.
Rentenversicherung für Freiberufler
Die Rentenversicherung Freiberufler ist entscheidend für ihre Zukunft. Man kann sich freiwillig gesetzlich versichern oder Privatprodukte wählen. Wichtig ist eine frühe Planung.
Einen Vergleich der Optionen findet man bei MLP.
Weitere Sozialversicherungen und deren Bedeutung
Es gibt mehr als Kranken- und Rentenversicherung für Freiberufler. Pflege-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung sind auch wichtig. Die Wahl hängt von der persönlichen Situation ab.
Eine gute Auswahl kann finanziell und gesundheitlich vorteilhaft sein.
Freiberufler zahlen keine Gewerbesteuer, wenn ihr Gewinn unter 24.500 Euro bleibt. Bei höherem Einkommen gilt die Einkommenssteuer. Es ist wichtig, dies im Blick zu haben.
Fristen und Abgabe der Steuererklärungen
Für Freiberufler in Deutschland sind die Steuerfristen sehr wichtig. Sie müssen ihre Steuererklärungen rechtzeitig einreichen. So vermeiden sie Strafzahlungen und Mahngebühren. Es gibt auch eine Option für die elektronische Steuererklärung und Möglichkeiten, die Abgabefrist zu verlängern.
Fristverlängerungen und Anträge
Normalerweise sind die Abgabefristen ziemlich kurz. Aber in bestimmten Fällen dürfen Freiberufler um eine Verlängerung bitten. Das ist möglich, wenn unerwartete Ereignisse oder Probleme mit der elektronischen Steuererklärung auftreten. Wichtig ist es, solche Anträge frühzeitig zu stellen. Das Finanzamt braucht Zeit, um sie zu bearbeiten und zu genehmigen.
Wichtige Deadline-Termine im Jahr
Es gibt einige wichtige Termine für Freiberufler:
- Umsatzsteuervoranmeldungen: Bis zum 10. des Folgemonats.
- Einkommensteuererklärung: Bis zum 31. Juli des Folgejahres.
- Gewerbesteuererklärung: Bis zum 31. Juli des Folgejahres.
- Jahresmeldungen für Sozialversicherungen: Bis zum 15. Februar des Folgejahres.
Digitale Abgabe der Steuererklärungen
Die elektronische Steuererklärung hat viele Vorteile. Man kann sie einfach über das ELSTER-Portal einreichen. Das spart Zeit und macht den Prozess effizienter. Mit spezieller Steuersoftware werden Freiberufler unterstützt. Sie werden über wichtige Fristen informiert und beim Ausfüllen der Formulare unterstützt. So ist sicher, dass alle Informationen richtig und pünktlich eingereicht werden.
Beratung und Unterstützung durch Experten
Steuerberater sind für Freiberufler sehr hilfreich. In Deutschland gibt es viele steuerliche Regeln. Ein Steuerberater kann Fehler vermeiden helfen und Steuern optimieren.
Monatliche oder vierteljährliche Umsatzsteuervoranmeldungen sind manchmal nötig. Experten können diese Aufgaben besser managen.
Wann sollte man einen Steuerberater hinzuziehen?
Wenn du unsicher bei deinen Steuern bist, hole einen Steuerberater. Sie können bei der Planung helfen und sicherstellen, dass alles korrekt ist.
Steuerberater kennen alle Tricks, um Steuern zu sparen. Die Steuersätze in Deutschland ändern sich oft und sind kompliziert.
Online-Ressourcen und Tools für Freiberufler
Viele Online-Tools helfen bei der Steuererklärung. Programme wie „WISO Steuer“ und „Lexware“ sind leicht zu verwenden.
Es gibt auch Tools für die digitale Buchführung. Sie unterstützen bei der Verwaltung von Belegen und der Überwachung von Einnahmen und Ausgaben.
Wichtige Anlaufstellen für Fragen und Informationen
Viele Orte bieten Informationen über Steuern für Freiberufler. Steuerberater, IHK und Steuerberaterkammern bieten spezielle Beratungen an.
Das Bundesfinanzministerium und Finanzämter sind auch gute Anlaufstellen. Ihre Webseiten haben immer aktuelle Infos und FAQs.